KW27 - Schall und Rauch

Die einen können nicht ohne, die anderen nicht mit – Zigaretten. Kaum ein Konsummittel spaltet die Gesellschaft so wie der Glühstängel. Das Rauchen schlecht für die eigene Gesundheit ist, muss hier keinem mehr erzählt werden. Das belegt nicht zuletzt die rückläufige Anzahl von Rauchern. Im Jahr 1995 haben beispielsweise noch 42,8 % der männlichen Bevölkerung geraucht. Im Jahr 2018 waren es nur noch 24,2 %, Tendenz sinkend. Unter Jugendlichen ist der Anteil sogar noch geringer. 81 Prozent der heutigen Jugend haben nicht einmal zur Zigarette gegriffen.

Was hat eine Zigarette mit dem Klima zu tun?

Ja was denn eigentlich? Dass der ausgestoßene Rauch sich negativ auf unser Klima auswirkt, dürfte keinen von uns verwundern. Forschende des Imperial College London haben in einer Studie kalkuliert, dass auf eine Zigarette rund 14 Gramm CO2-Äquivalent kommen. Bedeutet, dass Raucherinnen und Raucher insgesamt pro Jahr rund 84 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent ausstoßen! Eine ganz schöne Hausnummer. Leider muss man hier sagen, dass das nicht das gravierendste Problem ist. Wussten Sie, dass im Schnitt zwei Drittel der gerauchten Zigaretten einfach auf den Boden geschmissen werden? Und das ist das eigentliche Unding! Tabakprodukte enthalten mehr als 7.000 giftige Chemikalien, die beim Wegwerfen in die Umwelt gelangen. Auswirkungen auf unser Grundwasser sind hier vorprogrammiert. So kann schon eine einzige Kippe zwischen 40 und 60 Liter sauberes Grundwasser verunreinigen! Irgendwie anticool. Immerhin ist Grundwasser unser aller Lebensgrundlage! Verunreinigungen wie diese müssen aufwendig und kostenintensiv im Nachhinein bereinigt werden. Super toll.

Was kann ich tun?

Vielleicht ist es das Wichtigste, ein Bewusstsein für die Verschmutzung durch Zigarettenstummeln zu schaffen, erklärt Frau Monika Arnold aus Dreikirchen. Über Hundehaufen an unseren Wegesrändern regt sich jeder auf, die Zigarettenstummel direkt daneben allerdings werden toleriert. „Dabei sind es gerade diese, mit chemischen Stoffen belasteten Überreste, die viel schädlicher für unsere Umwelt und auch für unsere Kinder sind“, erklärt Frau Arnold weiter. Aber was genau lässt sich gegen diesen Müllberg tun? Städte, wie Wiesbaden oder Bonn, gehen rigoros vor. Pro weggeworfene Zigarette wird hier ein Bußgeld von fünfzig Euro fällig. Und ganz ehrlich, warum auch nicht? Wir schmeißen unser Bonbonpapier auch nicht in die Gegend, nur weil gerade kein Mülleimer in der Nähe ist. Nein, wir nehmen es bis zum nächsten Abfallbehälter mit. „Und das ist auch bei Zigarettenstummeln möglich“, klärt Frau Arnold auf. Das Zauberwort: Taschenaschenbecher. Denn fehlende Aschenbecher sind keine Ausrede für weggeworfene Zigarettenstummel! Für einen Einsatz solcher mobilen Aschenbecher setzt sich die Dreikirchnerin ein. Im Übrigen, Abwasserschächte sind tatsächlich keine Mülleimer! Auch wenn der Zigarettenstummel so schnell verschwindet, trifft das Prinzip Aus den Augen aus dem Sinn, hier nicht zu. „Vor allem wenn das Regenwasser aus Ortschaften direkt in ein Gewässer geleitet wird, gelangen auch solche Verschmutzungen ungefiltert in unsere Umwelt“. Das trifft dann nicht nur uns, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt: Fische, Vögel, selbst Meeressäuger fressen die Stummel und vergiften sich daran. Und das muss doch nicht sein, denn Müll gehört nicht in unsere Wälder! Hier sollte sich jeder seiner eigenen Verantwortung bewusst sein.

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Die Taschenaschenbecher passen sogar in die kleinsten Damenhosentaschen.- Monika Arnold aus Dreikirchen

foerderer


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