KW38 - Unsere süße Schokolade

Wer liebt sie nicht, ob als kühles Eis oder heiß und flüssig, als Osterhase oder als Weihnachtsmann. Zu jeder Jahreszeit naschen wir Schokolade. Etwa 8,6 Kilo essen wir Deutschen durchschnittlich im Jahr. Die Regale im Supermarkt sind gefüllt mit tausend verschiedenen Sorten und lassen uns vergessen, dass es sich hierbei um ein Luxusgut handelt. Ein Luxusgut, das unserer Umwelt viel abverlangt.

Was hat Schokolade mit unserem Klima zu tun?

Sie werden es nicht glauben aber tatsächlich ziemlich viel. Für eine Tafel Schokolade benötigt man in der Herstellung etwa 90 Kakaobohnen. Diese verursachen im Anbau ca. 350g CO2 Äquivalente und verbrauchen unglaubliche 1700 Liter Wasser. Das entspricht elf Badewannen! Aber wo kommt unser Kakao eigentlich her? Kakaobohnen werden hauptsächlich im Westen Afrikas angebaut, natürlich auf Plantagen. Für diese Monokulturen findet ein unglaublicher Raubbau an der Natur statt. Dabei wurden schon 90% der Regenwälder Westafrikas zerstört! Allein für den Kakaoanbau sind Sechshundertmillionen Hektar Regenwald abgeholzt worden. Eine Fläche die ungefähr 17x der Größe von Deutschland entspricht! Dimensionen, die wir uns kaum vorstellen können. Wer sich mit dem Thema auskennt weiß, dass gerade die Regenwälder unseres Planeten wichtige Kohlenstoffsenken darstellen. Ein so flächiges Abholzen hat damit nicht nur Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt der Region, sondern auch auf das Weltklima. Wer jetzt mahnend den Zeigefinger für die betroffenen Länder erhebt, dem sei gesagt: niemand zerstört seine Heimat gerne und vor allem nicht ohne Grund. Strukturelle Armut unter den Kakaobauern treibt die Menschen dazu ihr Überleben sichern zu müssen. Denn wussten Sie wie viel ein Kakaobauer an einer Tafel Schokolade verdient? Im Schnitt gerade einmal 6,6%. Sollten Sie also die nächste Tafel Schokolade in der Hand haben, schauen Sie doch einmal auf den Preis. Wie viel von diesem dann an die Kakaobauern geht, können Sie sich dann ja ausrechnen.

Was kann ich tun?

Die Abholzung der Regenwälder, der enorme Wasserverbrauch oder der Pestizideinsatz auf Plantagen sind nur einige der Gründe warum unsere Schokolade vielleicht nicht nur süß ist, wie es oft den Anschein hat. Auch anthropogene Einflüsse hinterlassen ihre Spuren. Die Volkswirtschaften westafrikanischer Länder leben vom Kakaoexport. Kleinbauern sind in hohem Maße vom Kakao abhängig, der häufig die einzige oder zumindest die Haupteinnahmequelle darstellt. Kein Wunder also, dass Kinderarbeit hier keine Seltenheit ist. Nach Schätzungen arbeiten 1,5 Millionen Kinder in der Kakaoindustrie Westafrikas. Auch wenn das nach dortigen Gesetzen verboten ist, treibt die strukturelle Armut diese Spirale voran. „Für die Umwelt sollten wir anfangen Schokolade bewusster zu genießen“, erklärt Timo Lauf. Hier sind vor allem die Hersteller und Konsumenten in der Pflicht. Höhere Erzeugerpreise und eine faire bedarfsgerechte Bezahlung sind dabei die ersten Schritte. „Tatsächlich gibt es solche Initiativen schon. Faire Traide Produkte oder Tony`s Chocolonely“. Nachhaltige Schokolade, zertifizierte Produkte und biologischer Anbau aus fairem Handel sind hier die Schlagworte. Hier hat es der Verbraucher in der Hand zu entscheiden welche Schokolade er kaufen will. Produkte aus Monokulturen oder eher aus agroforstwirtschaftlichen Flächen. Bedeutet: Flächen die eine Kombination aus Landwirtschaft und Bäumen darstellen. Das stärkt nicht nur die Biodiversität, sondern auch Klimabilanz betroffener Flächen.

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Timo Lauf aus Meudt mit seinen Kaninchen Pünktchen, Pina und Punta.

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