KW37 - Müll? Oder Treibstoff der Zukunft

Zahlreiche Elektrogeräte werden zu Hause gehortet, um sie als Ersatzgerät für den Notfall zu lagern. Aber verwenden wir diese dann wirklich nochmal? Oder sind diese dann schon so altbacken, dass wir doch lieber ein Neugerät kaufen? Vor allem zu unserer Zeit, wo der Fortschritt immer schneller voranschreitet entscheiden sich immer mehr Menschen im Schadensfall für ein Neugerät, anstatt das Alte reparieren zu lassen. Oder haben sie in letzter Zeit mal einen Techniker gerufen? Immer mehr Elektrogeräte landen auf dem Müll und mit ihnen wertvolle Rohstoffe.

Was hat Elektroschrott mit unserem Klima zu tun?

Aus den Augen aus dem Sinn, werden die meisten von uns denken, wenn Sie ihr Altgerät entsorgen. So ist es leider nicht ganz, der weltweite Berg an Elektroschrott hat inzwischen das Gewicht der kompletten chinesischen Mauer übertroffen! Dem schwersten künstlichen Bauwerk unserer Erde! Ursachen dafür sind unter anderem die tendenziell kürzeren Lebenszyklen der elektronischen Geräte. Handys oder Tablets werden fast jährlich durch die jeweils neueste Generation ersetzt. Dabei stecken in unseren Altgeräten wertvolle Edelmetalle wie Lithium, Platin und Silber. Auch Kupfer und Eisen, Glas und Keramik sind oft enthalten. Aber was wäre die Alternative? Um den Raubbau an unserer Erde nicht weiter voran zu treiben, ist Recycling angebracht. Versagt ein Altgerät unwiderruflich den Dienst und kann nicht mehr repariert oder weiterverschenkt werden, sollte es weder in den unendlichen Weiten von Krimskrams-Schubladen verschwinden noch irrtümlich in den Hausmüll wandern. Einfach weil die Rohstoffgewinnung aus der Erdkruste im Vergleich zur Rückgewinnung das 4-fache an Kohlendioxid-Emission ausstößt. Je mehr Elektroaltgeräte also gesammelt und recycelt werden, desto eher verhindern wir unumkehrbare Schäden für Mensch und Natur und schonen damit sogar das Klima. Natürlich gibt es zum Thema Recycling verschiedene gesetzliche Vorgaben. Schon 2003 wurden Anforderungen für Elektrogeräte verabschiedet, die eine Wiederverwendungs- oder Recyclingquote vorgeben. Doch auch wir Endverbraucher können einen Beitrag leisten.

Was kann ich tun?

Neben Empfehlungen wie einer langen Nutzungsdauer oder sachgerechter Entsorgung bei der kommunalen Sammelstelle, hat Tim Steinebach aus Hundsangen noch einen weiteren Tipp: Remanufacturing oder zu Deutsch: Aufbereitung. Was das ist? Produkte werden durch industrielle Bearbeitung in ihren Neuzustand zurückgeführt. Das Produkt ist im Anschluss von höher Qualität als reparierte Gegenstände. Hört sich simpel an? Stimmt, war in vergangenen Jahren auch gang und gäbe. Wer seine Großeltern fragt, weiß, dass der Anruf beim Techniker früher keine Seltenheit war. Aber in unserer Generation? Irgendwie wohl unmodern geworden. Dabei hat dieser Prozess klimatechnisch gesehen die Nase weit vorne. Während bei dem Recycling die Wertstoffe entnommen werden, um diese einzuschmelzen oder einem neuen Nutzen zuzuführen, werden die Produktkomponenten bei dem Remanufacturing in den Neuzustand zurückgeführt und verbleiben im Altgerät. Auf diesen Trend springt auch die Handy- oder Automobilbrache auf. Ganze Internetseiten bieten refurbished („aufgearbeitete“) Geräte zum Kauf an. „Dabei sind diese oft nur etwas günstiger als Vergleichsprodukte, dafür kann der Energieverbrauch hier bis zu einem fünffachen geringer sein als beim Kauf von Neugeräten“, erklärt Tim Steinebach.

 kw37 Tim Steinebach 2022

Tim Steinebach aus Hundsangen.

foerderer


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