KW18 - Mitten unter uns

Der Mai ist gekommen, und das weckt nicht nur in uns die ersten Frühlingsgefühle. Für unsere Waldbewohner beginnt jetzt eine besondere Zeit: Die Brut- und Setzzeit. Was das bedeutet? Der Wald bekommt tierischen Nachwuchs! Jungtiere kommen zur Welt, werden behütet und großgezogen. Der Frühling ist die Zeit, indem im Wald neues Leben erwacht.

Was der Lebensraum Wald mit dem Klima zu tun hat?

Für eine intakte Umwelt, eine Welt, in der wir alle zusammenleben können, gehen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Hand in Hand. Doch wenn wir uns umsehen, sind es gerade unsere Wälder, die in den letzten Jahren starken Veränderungen unterlegen sind. Waldsterben, Borkenkäfer und auch Wasserknappheit sind Faktoren, die unser Ökosystem stark beeinträchtigen. Als sogenannte Kohlenstoffsenken nehmen Wälder das klimaschädliche Treibhausgas Kohlendioxid auf und tragen immens zur Reduzierung des Klimawandels bei. Der Schutz des Lebensraumes Wald hat deshalb oberste Priorität.

Was ist im Wald zu beachten?

Ob zum Wandern, Joggen, Radfahren oder als Kinderspielplatz, unsere Wälder decken eine Vielzahl von Bedürfnissen ab. Das Problem? Gerade im Frühling können wir, auch unbeabsichtigt, durch unser Verhalten viel falsch machen. „Vom 01.04. bis zum 15.07. ist die Schonzeit der Tiere“, erklärt Jäger Carsten Bill. Es ist die Kinderstube der Natur, die wichtigste Zeit im Jahr für die Wild-, Pflanzen- und Vogelwelt. Um ein artgerechtes Zusammenleben von Freizeitsportlern und Waldbewohnern zu gewährleisten, gilt es vor allem jetzt Rücksicht zu nehmen. Dafür hat sich Carsten Bill aus Dreikirchen etwas Besonderes überlegt. „Wir stellen im Wald verschiedene Aufklärungstafeln auf, um Schaden durch Unwissenheit zu vermeiden.“ Diese Aufklärung hilft, will doch niemand von uns die Kinderstube der Wildtiere stören. „Feldhasen zum Beispiel ziehen ihre Jungtiere in flachen Feldmulden, sogenannten Sassen, auf. Trampelt hier jetzt ein Jogger vorbei, werden die Tiere aufgeschreckt. Im schlimmsten Fall führt das sogar dazu, dass Elterntiere ihre Jungen aus Angst zurücklassen“. Und dies ist nur ein Beispiel von Vielen. An welche Regeln aber sollten wir uns genau halten, um ein Zusammenleben für Mensch und Tier so angenehm wie möglich zu gestalten? Carsten Bill klärt auf:

Auf ausgewiesenen Wegen bleiben.
Auch wenn die Wege Querfeldein verlockend aussehen, sollten wir dem Wild Ruhezonen gönnen.

Jungtiere nie anfassen!
In fast allen Fällen befinden sich die Elterntiere in der Nähe und kommen nur aus Angst nicht näher!

Verwaiste Tiere nicht mitnehmen!
Wer Jungtiere sichtet sollte den Jagdpächter kontaktieren und das Tier nicht anfassen. Ein Jungtier so mitzunehmen wäre Wilderei!

Hunde in Wald und Feld anleinen.
Für Rehkitze sowie Junghasen ist das Feld die Kinderstube. Hunde dagegen potentielle Angreifer.

kw18 carsten bill 2022

Um Schaden durch Unwissenheit zu vermeiden, setzt Jagdpächter Carsten Bill aus Dreikirchen auf Aufklärungstafeln im Wald.

foerderer


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